Der „Eule“ ins Nest geschaut

Es war ein spannender Abend. Im Rahmen eines Orgelseminars besichtigten Organisten die Werkstätten des traditionsreichen Orgelbaubetriebes Hermann Eule in Bautzen. Dort werden seit 1872 Orgeln gebaut.

Seit Mai 2010 finden im Bezirk Bautzen Orgelseminare statt. Wichtigstes Anliegen ist, allen Organisten, unabhängig von ihrem Ausbildungsstand, die Möglichkeit zur Weiterbildung in Theorie und Praxis zu geben.

Im Rahmen des 1. Orgelseminars 2011 waren alle Organisten zu einer Betriebsbesichtigung der Firma „Hermann Eule Orgelbau“ in Bautzen eingeladen. Eindrucksvoll wurden den insgesamt 20 Teilnehmern die einzelnen Stationen vorgestellt, die eine Pfeifenorgel bis zu ihrer Fertigstellung in der Werkstatt durchlaufen muss.

Wesentliche Abläufe, die sich in einem so komplizierten mechanischen Instrument abspielen, erläuterten die Orgelbauer. Am Modell und vor allem auch am Original bestaunten die Besucher die einzelnen Funktionen des Instrumentes. Aus den nicht alltäglichen Einblicken in das Innenleben einer Pfeifenorgel entstanden viele Fragen, so unter anderem:

  • Wie funktioniert eine mechanische Pfeifenorgel?

  • Was gibt es noch für Systeme (elektrisch, pneumatisch) im Pfeifenorgelbau?

  • Wie wird das Material für den Bau der Metallpfeifen hergestellt?

  • Wie funktioniert eine Windlade und wie das Einschalten der Register?

  • Was verbirgt sich hinter den Tasten am Spieltisch?

  • Wo kommt der Wind her und wo muss er hin?

  • Wie wird der Ton in der Orgelpfeife erzeugt?

Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Betriebsleitung des „Hermann Eule Orgelbau“ in Bautzen, dass die Besichtigung der Werkstatträume möglich wurde. Ein besonderes Dankeschön auch an den Orgelbaumeister Herrn Dirk Pfeifer sowie an den Orgelbauer Herrn Michael Friedel, die uns in Gruppen durch die Werkstätten führten. Durch sie wurden alle Fragen geduldig beantwortet.

Text u. Fotos: R. M.